Ich versuche mich mal an einem Konzertbericht:
Kurz nach neun Uhr traf ich im Gasteig ein - gerade rechtzeitig, um die Konzertbesucher aus der Philharmonie strömen zu sehen. Da drängte sich die Frage auf, ob es für klassische Konzerte eine Altersbeschränkung gibt: Kein Zutritt für Besucher unter 60. Ich fasste mich aber schnell an die eigene Nase (mein letztes klassische Konzert liegt in grauer Vorzeit) und machte mich auf den Weg zum Carl-Orff-Saal. Unterwegs gab es einige nette Video- und Dia-Installationen zu sehen. Der Zutritt zum Saal wurde mir aber verwehrt, da noch geprobt wurde. Also blieb ich vor dem Eingang und hörte einem Auftritt dort zu. Konnte mich nicht so begeistern (was auch an der Laustärke lag) . Jedenfalls hatte ich Zeit, das noch nicht sehr zahlreiche und eher gesetzte Publikum zu betrachten. Ich hätte mir auf einer Veranstaltung mit dem Titel "Digital-Analog-Festival" mehr junge und flippige Leute erwartet. Zwei Stunden später hatte sich das Publikum aber dann schon entsprechend geändert.
Um 22 Uhr durfte man dann in den Saal: Wow - ich hatte etwas kleineres, überschaubares erwartet - aber nicht sooo einen großen, richtigen, bestuhlten Konzertsaal. Ich entschied mich für Nähe zum Geschehen, d.h. zweite Reihe (und damit verbundenen Genickschmerzen :wink🙂. Vor Helium Vola kam noch eine Lesung mit Musik über Bayerische Subkultur (ja, die gibt´s!). Von der blieb der Beginn in Erinnerung: Den Akteuren fiel gerade noch rechtzeitig auf, dass ein Mann fehlte. :-D
Danach begann der hektische Umbau. Ernst und einige Helfer waren damit beschäftigt Kisten, Computer, Flügel, ...auf der Bühne an die richtige Stelle zu schieben und zu verkabeln. Interessant. Den Teil des Konzerts bekommt man ja normalerweise nicht mit.
Um 23 Uhr stand alles, das Licht ging aus, Sabine Lutzenberger betrat die Bühne und das Konzert begann.
Kurz gesagt: Schade, dass nicht mehr von Euch es mitbekommen haben.
Die beiden spielten und sangen ca. eine Stunde lang mehrheitlich unbekannte Stücke, die von passenden Filmschnipseln und optischen Effekten begleitet wurden.
Ich versuche eine detaillierte Übersicht zu geben: Die ersten sechs Stücke kannte ich nicht. Es ging mit einem melancholischen, ruhigen Lied über die Kürze der Jugend im Vergkeich zur Länge des Lebens los ("Lang ist das Leben, kurz die Maienzeit") Danach folgte ein sehr wuchtiges
spanisches Lied. Obwohl die Lautstärke angenehm war, konnte man das gewitterähnliche Grollen richtig im Körper spüren. Das nächste Lied, ebenfalls auf spanisch, ging um einen "Pescator" - mit vielen bunten Fischen auf der Leinwand. Darauf folgte ein eher schnelles lateinisches Lied, über das ich nix mehr weiß, außer dass auf der Leinwand Geldmünzen sich stapelten. Das nächste Lied mutete wenig mittelalterlich an - englisch und teilweise von Sabine Lutzenberger mit verzerrter Stimme gesungen.
Dann kamen aber zwei bekannte Lieder: "Dormi" und "Selig" - rein akustisch am Flügel begleitet! (Und einer der Aufbauhelfer wusste jetzt wahrscheinlich, dass Ernst Mineralwasserflaschen und Gläser nicht nur zur zwischenzeitlichen Erfrischung braucht und warum er nach einer leeren Flasche suchte)
Die anschließenden 3 -4 Lieder sind meinem Gedächtnis entschwunden (lag auch etwas an zweien, die sich neben mich quetschten, um dann nach einigen lautstarken Diskussionen, wieder von dannen zu ziehen, grumml).
Beim zwischenzeitlichen Blick nach hinten, stellte ich fest, dass der Saal sich erfreulicherweise gut gefüllt hatte und auch der Applaus nahm immer weiter zu. Vermutlich wegen des starren Zeitrahmens und der schon aufgelaufenen Verspätung, waren trotzdem keine Zugaben drin.
Ich machte mich von dannen - der nachfolgende Auftritt war bestimmt auch interessant, aber mir wären das zu viele Eindrücke auf einmal gewesen - und nach Hause fahren musste ich schließlich auch noch.
Was blieb noch in Erinnerung:
Ein sehr schönes Konzert - und das auch noch für völlig umsonst!!!
Viele neue Lieder, die doch bestimmt nicht nur für diesen Abend geprobt wurden, sondern früher oder später ihren Weg zur Veröffentlichung finden werden.
Ein - trotz kleinerer technischer Probleme - ziemlich fröhlich und entspannt wirkender Ernst und eine Sabine Lutzenberger, die sich auf dieser Bühne auch sichtlich wohlfühlte.
Und es bleibt die Hoffnung, dass es weitere Helium Vola Konzerte, eventuell auch mit Männerstimmen, geben wird.
@Nachteule😀as ganze war doch größer, als ich dachte. Deine Beschreibung, traf auf mehrere Anwesende zu. Wart Ihr vielleicht die in der ersten Reihe, rechts vorne? Oder eher 4., 5. Reihe Mitte?