Sodenn, ich werde auch mal was beisteuern (wenn auch n bissl dolle spät ).
Wir, also Alex, Sabine aka Tila und ich fuhren also am Freitach den fuffzehnten nach Laipzsch. Alex war unsere neue "Konzertgängererrungenschaft" 😉 Eigentlich wollten wir ihn nur fragen, ob er zwecks Fahren mitkommen will. Aber da er auch der einzige technikversierte bei uns ist, bekam er so nebenbei doch noch Lakaien zu hören, als er uns bei der Aufnahme der Akustiktourmittschnittradiosendung half und verliebte sich spontan auch in diese Musik. Das traf sich ja noch besser.
Nunja, es kam dann aus familieninternen Gründen doch noch zu einem anderen Fahrer, aber so konnten wir uns immerhin kollektiv ungestüm vorfreuen 8-}
Leider kamen wir auf der A14 in einen ellenlangen Stau, der uns mindestens anderthalb Stunden unserer zum Glück sehr großzügig geplanten Fahrzeit stahl, sodass wir erst halb achte rum vorm Werk II ankamen.
Dort war aber noch ein munteres Hin und her, viele standen draußen und rauchten und quatschten, also kann es so voll nicht gewesen sein.
Wir gingen rein, ließen die Karten kontrollieren und mussten auf dem Weg zum Klo an gefühlten zwanzig Leuten vorbei, die uns irgendwelche Flyer zusteckten mit Party im Darkflower und anderem für uns reichlich unnützem Zeug (zeitlich gesehn).
Danach gingen wir in die Halle. Die Dunkelheit war ich gar nicht mehr gewöhnt, sodass meine Orientierung ein bisschen schwankte. Aber der Merchstand stand ja gleich rechts.
Wir begrüßten uns mit Dea, sie erzählte uns wer alles wann wo bei welchem Konzert schon gewesen war (ich entschuldige mich wenn ich das alles schon wieder vergessen habe) und ich wurde vollkommen von der neuen Fülle am Merch überrumpelt. Als erstes fielen mir als leicht Bandshirtsüchtiger die neuen Oberteile aller Schnitte mit der großen roten Aufschrift GONE auf. Ich glaube, ich verbrachte den gesamten Abend (ausgenommen die Zeit des Lakaienkonzerts natürlich ;-) ) mit der Entscheidung, ob ich mir so ein Ding kaufen soll oder nicht 🙂) Was meine Freunde zusammen mit einigen anderen präkonzertären Ausfallerscheinungen wohl etwas auf die Palme brachte.
Dann versuchte mir die Assistentin noch diverse janz seltene Vynils aus Herrn Veljanovs Secret Tongue Zeit aufzuschwatzen, leider habe ich aber keinen Plattenspieler. Es soll aber auch genug Sammler geben die sich das Ding einfach nur zum Schönaussehen in den Schrank stellen. Dann lass ich denen lieber den Vortritt ;-)
Dann gingen wir so langsam zur Bühne. Obwohl es schon kurz vor acht gewesen ein dürfte, war die Menge noch so zerstreut, dass wir einen Platz in der zweiten/dritten Reihe bekamen. Ich rückte noch ein bissl nach links (falls ich dem Pärchen, das sich offenbar seehr viel Platz zum Tanzen reservieren wollte, in meinem Eifer zu nahe gekommen sein sollte, dann tut es mir leid) und hatte dann den perfekten Blick auf des Meisters Labor ;😉
Vor mir standen noch Theris, Slati und Snails, wen ich das richtig erkannt habe, sowie jeder Menge besonders sichtraubender Fotografen zwischen Absperrung und Bühne *hmpf*
Alsbald ging es mit Vic Anselmo los. Das Keyboard auf der Bühne stand schon bereit. Mein erster Gedanke war zugegebenermaßen: Die sieht ja aus wie die von Evanescence. (Abgesehen vielleicht von den fantasievolleren Haaren)
Nach ein paar Tönen war klar: Die klang auch so wie die von Evanescence! 😀 Ne ordentliche Stimme, zweifelsohne, auch das Klavierspiel ist für diese Relationen nicht schlecht. Allerdings hatten ihre Songs irgendwie keine geordnete Melodie, es klang eher wie improvisiert a la "Ich hab nen Text und für die Melodie reihe ich mir eine zufällige Folge von Tönen zusammen und mit gehörig emotionaler Artikulation wird da schon was draus". Was zusammen mit den teils doch sehr haarsträubenden Hochtiefwechseln und Vokallangziehern doch ein bisschen... naja, nich mein Ding war.
Das Publikum schenkte ihr aber einen anständigen Applaus, der mit der Zeit größer wurde und es jubelten auch einige.
Genaugenommen ist es ja schon schwierig, mit nur einem Keyboard/E-Klavier und Gesang ein ganzes Programm zu bestreiten. Und obwohl sie sich bemühte, ihre Songs zumindest in der Lautstärke zu variieren, klang das ganze doch recht einheitlich, die Beschreibung irgendeines Schreibers hier mit dem "einen langen Lied" trifft es schon ganz gut.
Was ein bisschen gestört hat: obwohl die Performance der Dame sich (verständlicherweise) auf Grinsen und dem Klavierspiel verfallen beschränkte, mussten die Fotografen unbedingt jeder hundert Fotos schießen und reckten sich mit ihren gut gebauten Körpern und Objektiven so weit wie nur möglich an das Gesicht Frau Anselmos und damit völlig ins Bild. Genaugenommen kann mir das ja wurscht sein, da ich in der Zeit wahrscheinlich nichts lebenswichtiges verpasse, aber es ist selbst da nicht sehr schön, wenn sich jemand vor dir zu voller Größe aufbaut um seine Kamera so hoch zu recken, dass er sie beinahe an die Strahler hängen kann ;-)
Dann um zehn oder fünf vor acht verabschiedete sich Vic Anselmo mit einem Händefalten und ging von der Bühne und gespannt warteten nun alle auf den Aufgang der Lakaien.
Nachdem ab und zu mal einer über die Bühne oder durch den Back- und Nebenstagebereich geflitzt war und Ernst kurz seine Gerätschaften verkabelt, hochgefahren (meine Freundin plötzlich "Der hat ja das selbe Programm wie mein Bruder!") und angetestet hatte, kamen sie. Ein Jubel brach aus, während Ernst, Robert Willkoks, B Deutung und Ivee Leon auf der Bühne erschienen. Ernst fummelte an seinem Laptop rum und das sprungfederhaft quietschende Intro von On your stage again ertönte. Dann am Anfang der Strophe kam Alexander singend auf die Bühne.
Wieder Beifall.
Nunja und dann gingen sie halt die Setlist durch, die sicher auch schon in anderen Threads gepostet wurde, an die ich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern kann.
On your Stage again krachte aber schonmal schön, mit etwas überdrehtem Bass/Rhythmus und ein paar Einlagen der Streicher und Ivee als Hintergrundstimme.
Ernst ließ meist von seinem Laptop den Beat spielen und betätigte sich am Klavier (was man leider kaum hörte, genauso wie Wilkoks Gitarre) und schraubte in den Bridges an diesen ganzen Rädchen rum, welche die wabernden Töne schmatzender klingen lassen oder Laut-leise-Schleifen erzeugen. Obwohl die Ausrüstung des Labors mit den Zeiten etwas abgenommen hat, frag ich mich immer noch, wie man sich damit zurecht finden kann ;-)
Alexander lief derweil wie gewohnt gemächlich über die Bühne, ging nach hinten, kam wieder nach vorne, ging zuweilen so nah an den Rand, dass man Angst kriegte, er würde herunterfallen, streckte den Fotografen die Zunge raus und spuckte auf die Bühne.
Danach kam Over and Done. Die Lichtshow war übrigens genial, falls ich das noch ncht erwähnt hatte. Die Fotos geben sicher ein ordentlicheres Bild als eine ausufernde Beschreibung meinerseits, welche das Spektakel ja doch nicht erfassen kann : )
Und Over and Done heizte auch wieder mächtig ein. Die Menge fing an zu tanzen, vor mir wurde schon kräftig geheadbangt (die Performance des Publikums steigerte sich allerdings noch viel mehr an diesem Abend) und selbst ich fing langsam an, mehr unsynchron als alles andere mitzuwippen, was sich allerdings schnell in einem fiesen Muskelkater des einen, bald auch des anderen Beins niederschlug. Aber das schiebe ich mal auf meine "Technik".
Nach ungefähr dem dritten Lied ließ sich Alexander zu einer kleinen Ansprache nieder, nachdem er die Fotografen höflich, aber mit einem leichten "macht, dass ihr wegkommt"-Unterton aus dem Fotograben befördert hatte.
Ansonsten redete er an dem Abend aber nicht so sehr viel. Abgesehen vielleicht von der Entschuldigung, als er Gone spielen wollte, aber One Night dran war. Sorry, aber die Situation war zu komisch. Ernst spielt und spielt immer wieder diese Schleife und es fängt aber keiner an zu singen. Dann brechen beide ab und schauen sich einen Augenblick verdutzt und dann leicht verständnislos a la "WAS machst du da bitte??" an. 😀
Zwischendurch kam auch mal eine kleine Geschichte, von der ich aber leider nicht allzu viel verstand, ich weiß auch nicht genau, warum.
Mit der Zeit wurde die Bande bewegungsfreudiger. Ivee Leon und B.Deutung fochten Streicherduelle aus oder führten während six o clock dem Rhythmus folgend stakkatohafte 90°-Drehungen aus. Ernst Horn saß glücklich an seinen Maschinen. In einer besonders lustigen Szene kam B.Deutung zu ihm herüber und versuchte ihn mit dem Bogen zu pisacken. 😀
Robert Wilkoks vollführte allerhand sicher schwierige Handgriffe an der Gitarre, die leider niemand hören konnte. Er arbeitete auch wieder mit diesem elektronischen Wandlerding, das er über die Seiten zog und allerhand Technik direkt vor ihm auf dem Boden. Einmal meine ich, muss er den Streichpart übernommen haben, denn alle Streicher spielten legato, es kamen aber abgehackte Töne aus den Boxen.
Später im Verlauf des Abends durften wir auch die Robert-Show begutachten. Robert hüpfte wie ein Angestochener quer über die Bühne und sorgte somit für einige Grinser. Einmal fuchtelte er so mit der Gitarre rum, dass er Alexander beinahe einen übergebraten hätte, wenn der nicht noch schnell ausgewichen wäre. Die Szene hätt ich zu gerne gesehn (hab das leider nur erzählt bekommen) 😀
Obwohl ich die einzelnen Lieder nicht genau benennen kann, war die Setlist auf jeden Fall sehr gut, anders als sonst, ein paar schöne Seltenheiten dabei und dafür die elendigen Gassenhauer raus. Forest war sehr toll. :x Mindmachine mit gutem Blick auf des Meisters nicht mehr zu erkennende Finger war absolut überwältigend. Lustig war, als jemand aus dem Publikum "Blue Heart!!" rief und sie spielten- Blue Heart xD Ich glaube aber nicht, dass das unplanmäßig war. Jenes gehörte mit One Night zu den besten Stücken der Platte für mich. Auch wenn es klischeeträchtige Liebeslieder sind. Immigrant ging ab! Europe war das einzige, was nicht so meinen Geschmack traf, auch nicht auf dem Konzert. Allerdings war six o clock, was ich auf der Platte auch als eher doof fand, live gar nich mal so schlecht. Ich hätte mir noch Cupids Disease gewünscht. The old man is dead wäre auch toll gewesen, aber das ist so eins der Lieder, die nie gespielt würden. Es gab dann noch drei Zugabenblöcke und zu allerletzt Along our road. Ich dachte nach jeder Zugabe, wow, da kommt ja noch eins und wir klatschten auch immer wie verrückt, aber nach Along our Road mussten wir leider einsehen, dass Schluss war.
Die Herren gingen nach beachtlichen drei Stunden nochwas endgültig von der Bühne, nachdem sie sich alle zusammen verbeugt hatten. Sie schienen auch sehr zufrieden mit dem Konzert zu sein. Das Publikum sowieso. Es klatschte noch ein bisschen, dann zerstreute es sich allmählich.
Wir gingen zum Merchstand, wo sich schon ein großes Gedrängel gebildet hatte. Mir war bis dahin auch ein funktioneller Grund eingefallen, mir ein Shirt zu kaufen 🙂) und Sabine blickte auch träumerisch auf die Teile. So kauften wir also mit ein bisschen finanzieller Vorlage von Alex beide je einen Gonepulli. Ich hatte mich offenbar in der Größe verkalkuliert und beschloss dann nach ewigem Hin und Her das Teil doch nochmal umzutauschen (in der Zeit war schon der größte Teil der Besucher aus der Halle raus). Also, Faustregel fürs nächste Mal: Lakaienoberteile fallen klein aus! (oder bin ich fett geworden??)
Nachdem ich mich von dem Stammclub, der noch erzählte, verabschiedet hatte, ging ich zurück. Die beiden draußen aufs "private Taxi" wartenden waren derweil schon wieder kurz vorm Gallenüberfluss fürchte ich (sorry nochmal). Dann alsbald kam das Auto und wir fuhren daheim und laberten ein bisschen, Alex und ich pennten hinten ein, während Sabine es sich nicht nehmen ließ, Opa mal was von der Musik, die die da spielten, vorzuführen. Für jemanden in seinem Alter fiel die Reaktion ganz gut aus, abgesehen von der Anmerkung "singen die denn auch mal deutsch??" Ich fürc... ähm glaube, Opa wird an Unheilig einen großen Gefallen finden. Allerdings ist das i. Vgl. zu Brunner&Brunner auch wieder gut. Bei Immigrant fragte er sich übrigens, "welcher Polizeifunk denn hier Störsignale verbreitet?"
Nunja, wir fuhren weiter, zum Glück ohne Behinderungen, und kamen dann so gegen einse in MD an, setzten die anderen ab und fuhren dann nach Stadtfeld.
Wie grandios das Konzert eigentlich war, bemerkte ich erst Tage später, als ich mir die Fotos ansah. Da wurde die Lichtshow wieder in ganz andere Sphären gehoben... Ich hörte dann auch die CD aus einem ganz anderem Blickwinkel (das Wort passt hier leider nicht ganz).
Da passte es überhaupt nicht, sich die folgende Woche mit Schallschutz zu beschäftigen. 🙁(
Also mal wieder, liebe Lakaien und alle drumrum, vielen Dank für das Konzert, die Lichtshow und überhaupt alles! :ymhug:
Edit: Doch wieder so lang geworden :-w