Song-Interpretationen

Re: Nightmare

Etwas leichteres ist gut 😉
Nightmare ist für mich ein ganz besonderes Stück auf der Forest enter Exit. Ich liebe es gerade wegen seine Andersartikeit. Der Text hat etwas von Unschuld: Das Mondlicht im Haar einer Jungfrau, ein kleiner, schlafender Teddy im Schaukelstuhl, silbern gelänzende Dunstschwaden, die in der Stille aufsteigen ... wären da nicht der Titel und die Musikalische Umsetzung, wäre es ein Traumhaftes Gedicht. So hat es etwas unheimlich, mystisches, einen Hauch von unterschweliger Angst, die unter dem Frieden einer Mondnacht verborgen ist.
Die Bilder, die ich dazu sehe, waren von anfang an da. Es sind eben die im Texte beschriebenen Dinge, immer imt Dunkel-silbernen Hauch des nächtlichen Mondlichtes.

Kennt einer von Euch den Film "Zeit der Wölfe" von Neil Jordan?
So empfinde ich die Atmospäre.
Schaurig-Schön, wild und Geheimnisvoll, aber auch voller unterschwelligem Grauen (vor allem am Schluss, wenn es sich in eine Art Raserei steigert).
Ich mag vor allem die Umsetzung den Vocals in diesem Stück. Sehr einprägsam.

gruß
snails
 
Re: Nightmare

Nightmare glänzt für mich vor allem durch musikalische Untermalung. Man kann förmlich fühlen, wie dunkle, schreckliche Dinge an die Oberfläche und auf bedrohliche Art und Weise immer näher kommen. (und man meint auch ein paar Geister herumsausen zu hören 😉) Und das alles elektronisch erzeugt, genial!
Der Text schildert, abgesehen von dem Wort Nightmare, eigentlich eine friedlich- unschuldige Atmosphäre, bis auf die eine entscheidende Zeile "sending messages that she's been unaware".
Diese Zeile impliziert, daß der Schein trügt, daß etwas im argen ist.
Ich habe das für mich immer so interpretiert, daß versteckt im Unterbewußtsein der Schlafenden eine schlimme, möglicherweise verdrängte Erinnerung ruht, die nachts in Form von Albträumen zum Vorschein kommt. Sie kann diese Träume noch nicht richtig deuten, weil ihr deren Ursache bislang nicht bewußt war.
Das war's, was mir beim Hören dieses Stückes als erstes eingefallen ist. Sicher ist aber wieder was völlig anderes gemeint.
 
Re: Nightmare

Sicher ist aber wieder was völlig anderes gemeint.

Nunja, wie gesagt, ein Nachtmahr (englisch Nightmare) eben. Also ein Alptraum bzw. das dämonische Wesen, das den Alptraum hervorruft, "sending messages"... man kann das "dämonische Wesen" im übertragenen Sinne als verdrängte Erinnerungen auffassen, gewiss, aber auch wörtlicher, sozusagen füsslisch. Es würde mich nicht wundern, wenn DL von diesem Bild inspiriert waren.
 
Re: Nightmare

@Patrick: Danke für den Hinweis mit dem Bild. Ich kannte es zwar, habe aber bisher noch nie im Zusammenhang mit dem Lied daran gedacht. Es passt wirklich gut dazu. Ich habe aber die Erklärung zu dem Bild so verstanden, dass der Dämon nicht unbedingt "Wörtlich" gemeint ist, sondern auch für anderes steht?

@Herzmaschine: Meine Gedanken dazu sind recht ähnlich. Mit dem Unterschied, dass ich mir vorstelle, dass der Traum Vorbote von etwas ist, das erst kommt - nicht von einem verdrängten Ereignis der Vergangenheit. Ich denke eher an den nicht immer einfachen übergang Kindheit-Erwachsenwerden. Vielleicht spielen da auch eigene Erfahrungen eine Rolle. Nach außen war ich in dieser Zeit total angepasst und brav, aber mein innerer Zustand damals wird recht gut durch die chaotischen Stücke des Liedes beschrieben.
Beim ersten Anhören dachte ich allerdings ganz trivial an Geister, Vampire,...die abwechselnd näher kommen und zurückweichen. Die Zeile mit den messages habe ich lange ignoriert.

Im Hintergrund meine ich immer verzerrte Stimmen zu hören. Versteht jemand die Wortfetzen?

Christine
 
Re: Nightmare

Ich habe aber die Erklärung zu dem Bild so verstanden, dass der Dämon nicht unbedingt "Wörtlich" gemeint ist, sondern auch für anderes steht?

Das ist eine Deutung. Füssli hat sich m.W. nicht gross darüber geäussert, wie seine Bilder zu deuten seien. Was er wirklich meint, wenn das Bild überhaupt etwas "meinen" soll, können wir wohl nicht in Erfahrung bringen.
 
Forest

Zu Nightmare sehe ich das weitestgehend genauso. Eigentlich scheint alles schön zu sein, aber diese Stimmung im Song verrät etwas Bedrohliches. Anne hat das m.E. sehr treffend formuliert:
Der Text schildert, abgesehen von dem Wort Nightmare, eigentlich eine friedlich- unschuldige Atmosphäre, bis auf die eine entscheidende Zeile "sending messages that she's been unaware".
Diese Zeile impliziert, daß der Schein trügt, daß etwas im argen ist.

Ein anderer Song, den ich einfach liebe, ist Forest. Er steht ganz oben in meiner "best ever-Liste" der DL-Songs. Er ist so traurig und zum Heulen schön... Für mich spricht dieser Song von Verzweiflung und vom Widerspruch zwischen Wissen oder Glauben (Kopf) und Fühlen (Herz).

Was verbindet Ihr damit? Welche Bilder entstehen dazu in Euren Köpfen?

Gruß von Chris
 
Re: Forest

Bei FOREST hatte ich zunächst vom Titel her eine starke Erinnerung an "The Cure - A Forest".

Der Song ist in seiner Stimmung etwas geschlossenes, der Wald schließt dich ein. Man kann sich wunderbar darin verlieren.

Mit dem Text habe ich mich noch gar nicht bewusst auseinander gesetzt. Dazu kann ich nichts sagen. Ich beschreibe nur meine Gefühle.

Joy
 
Re: Forest

Oh ja, Forest ist ein sehr interessanter Song. Mich fasziniert die überwältigende Bildsprache. Wie das ganze Album Forest Enter Exit ist Forest in einer Art Science-Fiction-Kontext angesiedelt, es werden auch viele Vokabeln aus diesem Bereich verwendet.
Es geht wohl um eine Person, die auf einem fremden Planeten auf einen Stützpunkt tief im Wald stößt, der vergeblich versucht, der Zeit ("2000 years waiting for a message") und dem übermächtigen Wald zu trotzen. Die Technik hat versagt ("Screens in malfunction"), der "tired old man" ist vielleicht eine Konfrontation mit einem Alter Ego des Erzählers (ein wenig im Stil von 2001). Das Verlorensein im Wald hat auch eine metaphysische Ebene, die die Hauptperson des Lieds in der letzten Strophe erfasst.
Mein Eindruck ist, daß der Erzähler im Wald, der als Sinnbild für etwas undefinierbares, übermächtiges, großes steht, auf etwas trifft, was mit ihm selbst zu tun hat, das ihn in der Zukunft als Gefangenen oder Opfer einer unterschwelligen und dennoch übermächtigen Bedrohung zeigt, und daß dies gerade dazu führt, daß er vom "Wald" und seiner Dunkelheit eingeschlossen wird. Es scheint mir, daß auch dieses Lied von Lem inspiriert ist, weil hier wiederum ein Akteur auf eine Bedrohung prallt, die als sehr direkt und existenziell empfunden wird, aber überhaupt nicht faßbar ist. Der Wald ist, obwohl er höchst bedrohlich ist, aber keineswegs per se böse, sondern wird durch die Unfähigkeit des Menschen, diese Dunkelheit und Isolation zu ertragen, dazu.

OK, ich hoffe, ihr könnt mit diesem wirren Geschreibe etwas anfangen. ::
 
Re: Forest

Interessante Gedanken, Johannes. Bei diesem Lied hatte ich bis jetzt nicht an Lem gedacht. Nur bei den auch im Booklet mit ihm in Verbindung gebrachten "Contact" und "Resurrection Machine" (*) sehe ich einen direkten Zusammenhang; "Forest", auch mir eines der liebsten Lieder, würde ich eher so deuten:

Ein Mensch, verloren im Datenwald. In der virtuellen Realität (gewiss, ein wichtiges Thema Lems). "Small command that opened the door", ein kleiner Befehl hat ihm den Zutritt verschafft. "Into a forest I've never seen before, one million pixels in a line". Die "Million Pixel" scheint mir diese Deutung besonders stark zu unterstützen. Der Wald besteht aus Pixeln. Er ist nicht echt. Auch "off from my hand, the data-glove" (er zieht den Datenhandschuh aus) passt dazu; beides (Pixelwald und Datenhandschuh) jedoch nicht besonders zu deiner "fremder Planet"-Auslegung, Johannes.

Ein Mensch, der in seiner künstlichen Welt völlig aufgegangen ist, aber dadurch nicht glücklicher geworden, eher im Gegenteil: dieses Werk von 1993 ist für mich heutzutage, in der Zeit des allgegenwärtigen Internet, geradezu die (Anti-)Hymne der Online-Gamer und Nächtelang-Surfer geworden - zu denen ich gehöre, ich habe viel Spass im Internet und nette Leute kennengelernt; es ist für mich kein Erlebnis der Isolation und Verlorenheit. Aber dieses Lied zeigt m.E. die mögliche andere Seite.


(*) P.S.: Zur Erinnerung: Das Booklet sagt:
Special thanks to Stanislav Lem for inspiration for "Contact"(Fiasko) and "Resurrection Machine".

Dieser beiden Lieder wegen lernte ich Deine Lakaien kennen. Im Rahmen einer Usenet-Diskussion über SF vor einigen Jahren, in der ich Lem pries und Perry Rhodan verdammte, war ein Kontrahent so nett, mich auf diese Lem-inspirierten Lieder aufmerksam zu machen. Ich hatte vorher noch nie von den Lakaien gehört. Mittlerweile hab' ich alles 🙂
 
Re: Forest

Meine Gedanken gehen ebenfalls eher in Patricks Richtung als in Johannes'. An eine Fremde Welt habe auch nicht nicht gedacht.

Aber im Gegesatz zu Patrick interpretiere ich, daß der Erzähler trotz oder mit Hilfe der virtuellen Datenwelt in die Realität fand. Und ich glaube, daß es auch um eine Art Glaubenskonflikt geht.
>> Drew away the curtain<< Der Vorhang ist weggerissen und erlaubt einen Blick hinter die Kulissen, hinter die Fassaden der Scheinwelt.
Die virtuelle Welt löst sich auf, 2000 Jahre wurde auf eine Nachricht gewartet -> paßt zeitlich zur Entstehung der Bibel und des Christentums.
>>A tired old man, looking at me<< möglicherweise ein einfaches Bild von Gott? Aber trotzdem ist der Weg zum Herzen dunkel, vielleicht weil die Zweifel immer größer als die Vermutung waren. Der Datenhandschuh ist ausgezogen, er befindet sich aber immernoch im dunklen Wald. Zusammengebrochen (>>down on my knees<<) sieht er die Antwort -> "LOVE". Aber jetzt, wo er die "Antwort" hat, kann er sie nicht glauben. Der Weg zum Herzen ist immernoch dunkel, hat dieser Blick hinter die Fassade etwas gebracht? (In Anlehnung an unseren Religionsthread: Würde es uns Menschen etwas bringen, wenn wir eine Antwort bekämen?)
Aber der Glaube ist nach wie vor vorhanden, denn es heißt ja NICHT >sun sun sun you are gone<

Aber ich glaube, Johannes, daß die Stimmung, die Du empfindest,
"Das Verlorensein im Wald hat auch eine metaphysische Ebene, die die Hauptperson des Lieds in der letzten Strophe erfasst." und
"Mein Eindruck ist, daß der Erzähler im Wald, der als Sinnbild für etwas undefinierbares, übermächtiges, großes steht, auf etwas trifft, was mit ihm selbst zu tun hat,..."
meiner - trotz der verschiedenen Interpretationen - ähnlich ist.

Ich gebs zu, dies hier ist vielleicht auch ein wenig wirr, aber vermutlich habt Ihr selber die Erfahrung gemacht, daß die Emotionen, die Songs wachrufen, manchmal schwer zu beschreiben sind.

Gruß von Chris
 
Re: Forest

Au contraire. "Drew away the curtain" assoziiere ich mit einem Theatervorhang: der Vorhang öffnet sich, das Spiel beginnt - der Erzähler tritt in die virtuelle Realität ein, den "Forest".

"2000 miles following the passage" und "2000 years waiting for a message" ist der Erzähler selbst, der sich in dieser VR so verloren hat, dass ihm die verstrichene Zeit unendlich lang scheint und er zum "tired old man" wurde, (ich deute das als eine Selbstbetrachtung: er selbst ist "looking at me").

Inmitten des Waldes nützt es ihm nicht mal mehr etwas, dass er den Datenhandschuh auszieht; sein Geist kann sich nicht mehr lösen. "Down on my knees" denkt er an die Liebe, die ihm entgangen ist, aber es ist zu spät, er ist nicht mehr zu retten,

there's a hole inside my brain
and the sky turns black again
there's a rain in the middle of my brain
putting out fire that tried to burn

Da ist keine Hoffnung und kein Glaube, nur Verlorenheit.

> denn es heißt ja NICHT >sun sun sun you are gone<
halte ich für eine Spitzfindigkeit; die Frage "Sun sun sun where are you gone" ist eher rhetorisch und entspricht der Aussage "sun sun sun you are gone" durchaus - die Sonne ist weg, er fragt sich verzweifelt, wo sie geblieben ist. Das heisst nicht, dass er an ihre Wiederkehr glaubt.
 
Re: Forest

Zuerst muß ich mal loswerden, daß ich richtig begeistert von den Beiträgen hier bin und von der Richtung, in die sich dieser Thread entwickelt.

Natürlich muß ich zu "Forest" auch meinen Senf dazugeben, denn schließlich handelt es sich hier um eines meiner allerliebsten Lakaien- Stücke.

@ Johannes: Deine Interpretation ist sehr fantasievoll und gefällt mir gut, aber ich tendiere auch eher zum "Datenwald".

@ Chris: Auf einen Bezug zur Religion wäre ich nicht gekommen. Ist aber interessant.

@ Patrick: Ich stimme mit Dir überein.

Wenn ich "Forest" höre, denke ich immer an einen dieser süchtigen Internetfreaks, die tagelang ununterbrochen online spielen, kaum schlafen und jeden Bezug zur Realität und jedes Zeitgefühl verlieren.
Zuerst betritt der Protagonist die neue aufregende online- Welt und verliert sich dann nach und nach in ihr, bis er den Weg aus eigener Kraft nicht mehr zurückfindet.
In einem kurzen lichten Moment der Selbsterkenntnis wird ihm mit Hilfe der Liebe oder der Erinnerung an eine Liebe seine eigene Lage bewußt, doch dieser letzte Funken verlöscht wieder und er fällt zurück in die Dunkelheit.

"Forest" ist ein absolutes Meisterwerk. Neben dem wundervollen Text liebe ich hier besonders die komplexe, jedoch gleichzeitig sehr homogene Instrumentierung.
Wenn bei

"Found myself in the middle of the forest
Off from my hand, the data-glove
Down on my knees, into the forest
And in the sky was weitten "LOVE"

sich diese aus vielen kleinen Teilchen zusammengefügte bombastische Welle zu einem atemberaubenden Brecher auftürmt, läuft mir jedesmal ein Schauer den Rücken herunter.
 
The Dive (Let Me)

Einer der Songs, die mich emotional am meisten berührt haben, ist "The Dive (Let Me)". Dies liegt wohl vor allem daran, daß ich hier Parallelen zu eigenen Erlebnissen ziehe.

Der Protagonist, schüchtern und unerfahren, zieht in eine ihm unbekannte Großstadt. Er ist geblendet und überwältigt von den vielen unbekannten Eindrücken, gleichzeitig aber auch unsicher, verwirrt und ängstlich. Er kennt niemanden, fühlt sich alleine, isoliert. Seine Schüchternheit macht es auch nicht einfacher, neue Kontakte zu knüpfen.
Er hat Angst vor der Zukunft, weiß nicht, ob er sein Glück machen oder in der Anonymität der Metropole untergehen wird.
Für einen Moment jedoch will er eintauchen in diesen überwältigenden See aus Lichtern und Musik, seine Sorgen draußen lassen, sie beiseite schieben. Er will einen Augenblick ungetrübten Glückes genießen.

Das Stück ist sehr sparsam, eigentlich minimalistisch mit Musik unterlegt und Alexanders noch junge Stimme verkörpert unschuldig- jugendliche Unerfahrenheit sehr treffend und einfühlsam.
Im Zwischenspiel gibt es eine wunderbare Sequenz, bei der man tatsächlich die Geräusche unter Wasser zu hören scheint.
 
Re: The Dive (Let Me)

Oh ja,.. The Dive *gerade schon am Summen war, weil hört*

...How deep will i fall?
I don &rsquo;t think
i don &rsquo;t care
&rsquo;Cause Citiys move on
And no One will find me there
*summ*
Ich mag diesen Song auch sehr! ::
 
Re: The Dive (Let Me)

Ich kann nichts zu deiner Interpretation hinzufügen - empfinde es genauso.

Bei mir weckt das Lied immer die Sehnsucht und Erinnnerungen nach diesen ganz besonderen, in unseren Breitengraden seltenen, warmen Sommerabenden an denen man es nicht zu Hause aushält und sich einfach ins Gewühle der Stadt stürzen und treiben lassen muss. Passt nicht ganz zur Situation des Protagonisten - ich weiß.
 
Re: The Dive (Let Me)

Das Kuriose an dem Song ist m.E., daß die Stimmung - also die Ruhe und Verträumtheit, die der Song ausstrahlt - eigentlich nicht zur Aussage paßt, nämlich eine überflutung aller Sinnesreize in einer quirligen, immer lebhaften, lichtüberfuteten Großstadt bei Nacht. Dennoch harmoniert es und drückt gut dieses Gefühl der Bedeutungslosigkeit einer Einzelperson in der Anonymität der Großstadt aus.
Durch die Tropfengeräusche habe ich immer das Bild einer Tropfsteinhöhle vor Augen, in der man sich verloren vorkommt, weil man sich verlaufen hat und dort ganz allein rumgeistert - auf der Suche nach dem Ausgang...

Chris
 
Re: The Dive (Let Me)

Durch die Tropfengeräusche habe ich immer das Bild einer Tropfsteinhöhle vor Augen, in der man sich verloren vorkommt, weil man sich verlaufen hat und dort ganz allein rumgeistert - auf der Suche nach dem Ausgang...

Hm, für mich ist das ein kleiner Tropfen Mensch, der in den Ozean Großstadt geworfen wird...
("Oh let me dive into an ocean...").
 
Re: The Dive (Let Me)

Ich sehe das so, daß die Person sich, obwohl sie natürlich von der Großstadt, ihren optischen und akustischen Reizen, dem wilden Nachtleben fasziniert ist, wie in einem Kokon und irgendwie abgeschottet fühlt.
Wer schon mal getaucht ist (und sei es nur in der Badewanne 🙂), kennt dieses merkwürdige Gefühl der gar nicht mal unangenehmen Einsamkeit, der Entfernung von allem Profanen. Selbst die Geräusche dringen nur noch ganz gedämpft und eigenartig verzerrt ans Ohr. Man kann auf einmal seinen eigenen Herzschlag hören und fühlt sich irgendwie geborgen. Das Zwischenspiel gibt dies ganz wunderbar wieder.
Ich selbst empfinde den Gemütszustand des Protagonisten auch nicht unbedingt als nur negativ.

z.B.:
"City by night
the air is warm
can I resist
all your charm
can I ignore
your sweet song
I'm so weak
when I'm alone"
Da schwingt schon ein gewisser "Wille" mit, dem Charme der nächtlichen Stadt zu erliegen.

"all around there
harmony
isolation
wait for me"
Er/sie nimmt teil, das Gefühl der Isolation ist für den Moment aufgehoben und auf später verschoben worden.

Nur ein paar weitere wirre Gedanken von mir. ::
 
Von der Krankheit Mensch.
Sollten Menschen mit einem solchen Einfluss, die derartig in der öffendlichkeit stehen, eine solche Meinung vertreten? Ein Schlag ins Gesicht, ausgerechnet Alexander, der seine Wurzeln in einem Land hat in dem Kinder in Mülltonnen wühlen.....sollte nicht eine solche Ansicht vertreten.
 
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