Amphi Festival 2011

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Ich schließe mich da ebenfalls an.
Die Idee vom Wachstum, die schon genug von Politik und Wirtschaft propagiert und angeschoben wird, breitet sich scheinbar in wirklich alle Bereiche aus... schauderhaft.
Was wollen wir mit mehr und immer mehr?

Was ihre Musik angeht, lasse ich mich einfach treiben - solange die Herren Lakaien sich selbst treu bleiben, ist alles in Buddha.
 
tigress schrieb:
Also ich will ne eierlegende Wollmilchsau.

😀

Ja - jetzt ist vorbei - jetzt muß ich mich einfach auch tigress anschließen 😀
*duck und wech*

tigress schrieb:
Wenn etwas gut ist, muss es sich auch nicht notwendigerweise steigern. Etwas kann auch einfach "anders" auf gleichem Niveau sein.

Das finde ich super gut ausgedrückt und das trifft damit auch genau das, was ich zu dem Thema denke!
 
Die beiden haben ja nun mal an sich selber den Anspruch, dass sie nicht immer das Gleiche wieder machen möchten und sich noch irgendwo steigern wollen. Ist verständlich, muss meiner Meinung nach aber auch nicht sein.
Ich lasse mich einfach überraschen, was die Zeit bringen wird.
 
Hallo,
ich habe ja nicht geschrieben, dass die Lakaien sich steigern müssen oder ihren Musikstil ändern müssen etc. ich habe nur versucht zu "analysieren", warum die einen Musikwerke nachhaltiger im Gedächtnis bleiben, prägender sind, als die anderen ... warum werden z.B. die Stücke von Beethoven, Chopin etc. nie langweilig - ich persönlich denke, dass dies in erster Linie daran liegt, dass ihre Werke vor allem erkennendes Verstehen erfordern, dass sie sich einer leichten Konsumierbarkeit entziehen. Ich meine, wenn ich mir z.B. "Königin aus Eis" anhöre, was denke ich , ich denke, dieser Song ist wundervoll, ich empfinde ihn vielleicht sogar als "schön", er findet den Einlass in mein sinnliches Vernehmen, in mein Empfinden. Ich verstehe ihn somit nur unbewusst, dieses mein unbewusste ästhetische Verstehen ist jedoch unvollständig bzw. es ist nur so vollständig wie meine ästhetische (musikalische) Erfahrung reicht - die Folge ist, der Song wirkt nach 22Mal hören langweilig. Ich finde einfach, die Songs müssen so beschaffen sein, dass sie dem Rezipient die Möglichkeit eines analysierenden Verstehens anbieten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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@ Ash: Entschuldige bitte, ich habe Deinen Kommentar etwas missverstanden, Du hast geschrieben: "die neue Veljanov mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch". Zu schnell gelesen. Sorry.

Lady Ash schrieb:
Aber ich bin überzeugt, dass jedes Veljanov Album ein Stimmalbum werden wird, und das meiner Meinung nach zu Recht. Er ist nun mal in erster Linie ein Sänger, Texter und Interpret, aber kein Komponist, der filigrane Pianopassagen schreiben kann.

Das Fatale daran ist: Die Stimme des Sängers bleibt nachhaltig im Gedächtnis, an die Stücke selbst erinnert man nur am Rande. Aber, "Dirt" ist wirklich phänomenal, und ich wünsche mir (als Fan) auf dem neuen Album Stücke wie Dirt, His Vita, Your House On My Hill, und "filigrane" Instrumentalparts würden den Songs noch mehr Eindringlichkeit, Dynamik verleihen. Was ist an diesem Wunsch so verwerflich?? (Höre Dir - im direkten Vergleich, am besten zusammen mit Deiner Tochter - abwechselnd "Sacrificed Sons" von Dream Theater und "Dirt" von Veljanov an, dann verstehst Du, was ich meine, und Ash, ich liebe und schätze Veljanov+DL sehr, anderenfalls wäre ich nicht hier).
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Auch ich denke nicht, dass man sich unbedingt steigern muss: Ich empfinde übrigens die "White Lies" auch nicht als Steigerung der "Kasmodiah" - und Ernst Horn hat sie mal als eine "seitwärts Bewegung" genannt (fragt mich nicht wo, ich werde die Stelle nie wieder finden).
Vielleicht glaube ich nicht, dass man die Indicator musikalisch noch großartig steigern kann, aber eine Parallelplatte, nun, why not?
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DianaS schrieb:
Ich verstehe [den Song] somit nur unbewusst, dieses mein unbewusste ästhetische Verstehen ist jedoch unvollständig bzw. es ist nur so vollständig wie meine ästhetische (musikalische) Erfahrung reicht - die Folge ist, der Song wirkt nach 22Mal hören langweilig. Ich finde einfach, die Songs müssen so beschaffen sein, dass sie dem Rezipient die Möglichkeit eines analysierenden Verstehens anbieten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ja. Ich glaube, ich verstehe dich in diesem Punkt.
Aber das ästhetische Empfinden setzt sich doch aus so vielen Faktoren zusammen. Für mich hat die textliche und sprachliche Komponente zum Beispiel eine viel größere Bedeutung als für reine Musikliebhaber wahrscheinlich üblich. Ich kann "Königin aus Eis" auch 23 Mal hören und mich jedes Mal über seine "tonal shifts" (ich weiß gerade nicht wie das auf deutsch heißt) freuen - "Aus den Wäldern endlos tief ..." kein Mensch spricht dieses "aus" so aus ... Und wenn er redet, sagt auch er es so normal, wie jeder andere - es sind unter anderem Widersprüche und Ungereimtheiten wie diese, die mich (intellektuell? analytisch?) reizen. Oder einfach auch die Schönheit mancher Formulierung "Ein Spiegelsplitter spitz und kalt / [...]/ Berührt die Unschuld mit der Hand" Herr V. hat einige Dichter gelesen, die ich mag, und manchmal klingen aus der Feder des Texters Veljanov Echos dieser frühen modernen Lyriker mit. Das ist bei seinen DL Texten genauso, ich kann mich z.B.endlos über "6 o'clock" begeistern ... gleiches gilt übrigens für Horns "The old man is dead".

Für mich sind die allermeisten DL Songs so angelegt, dass sie sehr wohl die Möglichkeit eines analytischen Verstehens anbieten, auch wenn mir (bisher) noch so mancher musikalischer Zugang verwehrt bleibt. Aber danke für deinen Tipp - ich werde mir das mit meiner Tochter anhören und sehen, ob ich dich nicht doch musikalisch verstehen kann.
 
Ich für meinen Teil wollte nur ausdrücken, dass mich DL/Veljanov sehr stark über ihre Texte erreichen.
Solange ich Texte habe, in denen ich neue, mir bisher unbekannte Facetten entdecken kann, wird mir die Musik dazu nie langweilig werden.

Sorry, dass ich gerade so konfus denke. Ich sollte ins Bett gehen ...
 
DianaS schrieb:
ich habe ja nicht geschrieben, dass die Lakaien sich steigern müssen oder ihren Musikstil ändern müssen etc

Auf mich wirkt dies anders:
DianaS schrieb:
Ich wünsche mir als Fan, dass auf dem neuen Album Stücke wie "Dirt", "His Vita" etc. präsent sind, nur noch detaillierter, dynamischer, intensiver, eindringlicher, gelassener und gefühlvoller, also musikalisch anspruchsvoller, mit filigranen Piano- und Gitarrensoli und einem melodischen intro, und ich finde, die Stimme sollte nicht so sehr dominieren.
(sonst noch was? 😀 )

Im Gegenteil zu dem, was Du nun schreibst, äußerst Du hier auf eine selbstgefällige Art und Weise sehr konkrete Vorstellungen, wie der Künstler - hier Veljanov - seine Arbeit verändern soll.

Ich finde es ganz und gar nicht verwerflich, sachlich zu überlegen, warum ein Kunstwerk aussagekräftiger oder nachhaltiger ist als das andere und auch ich finde derartige Fragestellungen durchaus interessant und wichtig. Schließlich gehört dies letztlich zu meiner Profession.
Bei der Art und Weise aber, wie du diesem (siehe Zitat) Ausdruck verleihst, krieg ich - sorry - echt n Hals und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, finde ich (und zwar allgemein und völlig unabhängig von Veljanov, Lakaien oder sonstwem) dieses Anspruchsdenken und den Ansatz, den ich darin mitlese, nämlich jemanden nach eigenen Vorstellungen zu verbiegen, echt ätzend.

Man kann auch Phänomene einfach hinnehmen, ohne direkt Vergleiche aufzustellen und zu hierarchisieren, gerade wenn es sich um Schöpferisches handelt. Wenn Menschen irgendetwas Ausdruck verleihen, dann machen sie es auf ihre Art und Weise und das ist auch gut so.
Nach dem, was ich hier und in anderen Threads von Dir gelesen haben, sehe ich, möglicherweise anders als Du, einen Reichtum darin, dass Unterschiedliches existiert und dass es auch einfache Schönheit gibt. Es fällt mir auch nicht schwer, einfach strukturierte Dinge hinzunehmen und sogar zu mögen, wenn sie was eigenes aufweisen. Es muss nicht alles mit "filigranen Piano- und Gitarrensoli" und "melodischem Intro" "angereichert" (so schriebst du ja) sein, um einen Wert zu besitzen. Dazu hatte ich bereits in meinem vorletzten Post einen Vergleich zur Kunst angestellt. Auch zeitgenössische Kunst muss sich häufig den Vorwurf des "das kann doch jeder" gefallen lassen... das aber nur am Rande.

Ansonsten sind wir hier mittlerweile völlig off topic und fern vom Amphi. Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit, dass Du für komplett andere Gedankenansätze einfach einen eigenen Thread erstellst. Dann bin ich nicht mehr oder weniger gezwungen, das zu lesen und mich aufzuregen.
 
Tigress, hast Du meinen Kommentar vom 29. Juli nicht gelesen oder nicht verstanden ...
@ All
Okay, sorry, ich hätte diese meine Überlegungen hier nicht "präsentieren" dürfen.
 
Ich glaube, ich habe Dich durchaus verstanden.
Sollte dies nach den folgenden Ausführungen nach wie vor nicht so erscheinen, würde ich Dich zur Verbesserung der Kommunikation bitten, mir aufzuzeigen, worin genau mein Missverstehen besteht.

Im Prinzip (vgl. letzter Beitrag) stimme ich vollends mit Dir überein, dass es interessant ist, sich Gedanken darüber zu machen, warum das eine nachhaltiger ist als das andere und ich denke ebenfalls, dass sich ein Song, der, wie Du beschreibst, "erkennendes" Verstehen herausfordert, länger "am Leben erhält".
Natürlich kann man sich auch wünschen, dass jemand, dessen Stimme man mag, Musik auf "höchstem Niveau" abliefert. Du hast Recht, dass solche Wünsche natürlich nicht verwerflich sind. Zunächst kann man sich erst mal alles wünschen.

Was bei mir den Ärger hervorgerufen hat (ich habe mich jetzt aber wieder beruhigt, btw) ist die Art und Weise, wie Du mit Deinen Idealen und Ansprüchen in den Thread geplatzt bist und wie Du Deine Wünsche hervorbringst, weil sich daraus für den geneigten Leser eben fast Ansprüche ableiten lassen und ehrlichgesagt habe ich eher das Gefühl, dass Du mich hier möglicherweise nicht verstanden hast. Ich bin auf einen ganz anderen Aspekt als den Deiner obigen Erklärung eingegangen. Das, worauf ich zuvor eingegangen bin, hast Du weggewischt, indem Du behauptet hast, nie etwas dergleichen gesagt zu haben. Dies ist ein Widerspruch zu Deinen Ausführungen auf der vorherigen Seite.
Allerdings muss ich einräumen, dass ich auf Deinen Beitrag möglicherweise etwas allergisch reagiert habe, weil diese von mir wahrgenommenen Ansprüche vor dem Hintergrund, dass ich generell bei Dir ein erhebliches Anspruchsdenken sowie einen nach meinem Empfinden nicht gerechtfertigten Leistungsgedanken (ich denke da z.B. an eine andere Diskussion bezüglich der Auseinandersetzung mit Kant) immer wieder lese, den - so sehe ich das - man vielleicht für sich selbst, nicht aber für andere in dem Maße haben sollte. Es muss nicht alles "studiert" sein.
Dies spiegelte sich hier wieder und wahrscheinlich ist das der Kern unserer Kommunikationsschwierigkeiten.

Um noch einmal exemplarisch auf das Ursprungsthema zurückzukommen: Auch ich finde nicht alles, was Veljanov gemacht hat, so gut wie anderes oder vergleichbar mit Beethoven oä. Möglicherweise sind wir uns in Gedankenansätzen in Teilbereichen Inhaltlich nicht mal sooo fern. Ich vergleiche dies aber nicht wertend, weil es einfach was anderes ist ... Beethoven kann ich mir noch zusätzlich anhören. Gleichfalls sage ich nicht zu Dream Theater, dass die mal besser ein wenig mehr wie Deine Lakaien oä klingen sollen und die bisweilen vorhandene Brett-Gitarre besser durch ausgetüftelte Elektronik oder präpariertes Klavier à la Ernst Horn ersetzen sollen, um mehr Nachhaltigkeit zu erzielen. Jeder macht, was er macht und Dinge können auf unterschiedlichen Ebenen gut oder besser sein.
Wenn man in der Lage ist, "erkennend" zu verstehen, ist das eine tolle Fähigkeit und die gesamte Welt der Musik kann sich einem eröffnen. Es ist interessant, zu überlegen was warum gut oder schlecht ist aber daraus erwachsen zu lassen, dass beim Künstler xy in Zukunft dieses und jenes wünschenswerterweise sein sollte, um eher einem Idealbild zu entsprechen, finde ich (völlig unabhängig von Veljanov) vermessen.

So wichtig ist das aber auch alles nicht und vielleicht kann man die Frage, was "gute" Kunst von "schlechter" Kunst oder "gute" Musik von "schlechter" Musik unterscheidet, einfach separat und sachlich in einem anderen Thread diskutieren. Es ist auf einer Metaebene ja durchaus ein interessantes Thema.
 
Edit:
Ich habe gerade erneut meine Beiträge gelesen und dabei gemerkt, dass ich mich unentwegt wiederhole. Ich habe daher den Eindruck, dass wir in der Tat aneinander vorbei reden.
 
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, tigress. Eine angemessene Antwort auf Deinen Kommentar kann ich Dir noch nicht schreiben. Dazu steckt einfach zu viel in dem Text und ich muss erst einmal in Ruhe über alles nachdenken. Ich antworte in den nächsten Tagen via PM, also, wenn Du nichts dagegen hast.
--
"Brett-Gitarre besser durch ausgetüftelte Elektronik oder präpariertes Klavier à la Ernst Horn ersetzen sollen"

John Petrucci ersetzen ?!!!, Huiii!! Ach, nein bitte nicht - außerdem, Jordan Rudess ist ein herausragender Musiker und ein wirklich brillanter Pianist. Ich glaube, er besuchte bereits im Alter von acht Jahren die Juilliard. Und überhaupt, ich finde, es ist keine gute Idee, Dream Theater mit Deine Lakaien zu vergleichen.
 
Kurzer Nachtrag
Bitte versteht mich nicht falsch. Es lag nicht in meiner Absicht, Herrn Veljanovs Arbeit herabzuwürdigen etc. Ich zweifle seine Fähigkeiten nicht an. Er ist talentierter als die meisten Musiker, die ich kenne und die Musik studiert haben, hier in Berlin. Aus seinen Interviews spricht ein großer Intellekt. Und wir sehen oft, welche tiefen Gedanken er sich über alles macht (s. Indicator - Interviews). Colorwriter fragte: Kann er das noch mehr steigern? Und ich dachte in dem Moment, als ich diese seine Zeilen las, Ja. Immer. Dieser Musiker ist auf einem guten Weg und es spricht nichts dagegen, diesen Weg weiter zu gehen. Ich glaube, dass Ihr mich wirklich ein wenig missverstanden habt. Meine Kommentare waren viel theoretischer gemeint ... aber eigentlich hätte ich es wissen müssen und mich besser ausdrücken. Bitte entschuldigt. Alles nur Gedanken. Keine Wertung in Bezug auf Herrn Veljanov und seine Arbeit.
 
Schön. Wenn das jetzt endlich mal geklärt ist (ich fürchte, es wird sich sowieso nur im Kreis gedreht, da es um individuelle Wahrnehmungen geht und es natürlich dann auch immer Reibereien geben kann), kann man den Amphi-Thread in Ruhe lassen und evtl. den x-ten Veljanov-Diskussions-Thread eröffnen.

Sorry, aber es nervt mich einfach; jetzt halte ich mich besser ganz da raus.
 
Vielleicht ist der Amphi thread nicht der beste Ort, Steigerungsmöglichkeiten in der Musik zu diskutieren.
Aber ich würde sehr annehmen, dass das Lakaien Fan Forum genau der Ort ist, an dem auch der x-te Veljanov Diskussionsthread eröffnet werden sollte, wenn jemandem danach ist.
 
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