Re: DIE NEUE CD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Da mein CD-Händler auch endlich die bestellte Vinylversion bekommen hat, möchte ich mich auch noch einmal kurz äußern:
1. Wunderbar: Erinnert mich stark an The Game und ist in voller Länge doch nicht so unerträglich wie auf der Flashcard, wo mir das Stück ausgesprochen langweilig vorkam. Die Streicherbegleitung ist schön ausgearbeitet und der Text ist reichlich beklemmend.
2. Prayer: Ganz gut, obwohl ich von Ernst eine originellere Vertonung erwartet hätte. Der Text ist zwar etwas bemüht, aber das zynische Happy End mit der sphärischen vierten Strophe ist ein gelungener Höhepunkt.
3. Silence in your eyes: Ein echter Deine-Lakaien-Song, wie er sein muß, wenn auch mit ungewöhnlich zeitgemäßem Rhythmus. Wirkt aber im Gesamtkontext des Albums irgendwie anachronistisch, würde eigentlich besser auf "2nd star" oder so passen.
4. Fleeting: Schön und filigran geschrieben, auch wenn sich sowohl Veljanovs Stimme als auch der Text zu sehr vor sich hin schleppen. Ein origineller Kommentar dazu war in der "Rolling Stone" zu finden: Der gitarrenlastige Song würde bei 80er-EBM-Freaks einen "irreversiblen Hörsturz" verursachen. Ebenso originell: Das hohe Geigensolo übersteuert brutal auf einem Ortofon Concorde Scratch Tonabnehmer.
5. Generators: Um ehrlich zu sein, finde ich die Albumversion etwas lau. Aber die Vinylversion enthält ja auch noch den Single-Clubmix und den absolut genialen White Mix. Daher das beste Stück auf dem Album, der White Mix disqualifiziert die CD-Edition.
6. Where you are: Ein Popsong halt, wenn auch kein Pig-Popsong, leider die Art von Musik die mich kaum bis gar nicht anspricht, auch wenn es immer wieder neue Nuancen zu entdecken gibt. Aber so lange es bei einem Song bleibt, ist ja alles in Ordnung.
7. Kiss: Guter Text, sehr leichtfüßig und differenziert arrangiert, allerdings vermisse ich eine schärfere Perkussionierung. Potentieller Clubhit auf Folklore-Events, würde ich mal vermuten.
8. Lost: Die Strophen sich schleppen vor sich hin, der Refrain hat eine völlig platte Melodie, und dazu ist das Stück auch fast sechs Minuten lang. Quälend.
9. Stupid: Auch wenn der Text verrät, daß Alexander, wie wir schon immer geahnt haben, doch ein Scumrocker ist, so finde ich den Song insgesamt etwas plump. Vielleicht hätte Ernst mehr mit Analog-Bässen arbeiten müssen, was weiß ich.
10. Hands white: Das Stück schrammelt sich zwischen zwei Akkorden hin und her und mündet in einem dünnen Refrain, in dem man das Gefühl hat, daß Sabine Lutzenberger nie den Rhythmus trifft. Sowieso ein sehr undankbarer Song für ihre Stimme.
11. Life is a sexually transmitted Disease: Eine gute und schlüssige Fortführung des "Reincarnation-Zyklus". Während der "Erzähler" in den Strophen vor sich hin lamentiert, zieht das Stück im "So we do step..."-Teil ganz schön hektisch an und gipfelt in der energiegeladenen Hauptaussage. Ein Stück mit Forest-Enter-Exit-Flair.
12. One minus one: Eine wahre Perle auf diesem Album, wie es ätherisch fließt und sich spannungsreich langsam aufbaut. Genial!
Zusammenfassend kann man sagen, daß "White Lies" für mich bis jetzt das schlechteste Lakaienalbum ist, wobei es zweifelsfrei auch immer wieder große Qualitäten hat. Aber das experimentierfreudige, was die Lakaien immer ausgezeichnet hat, kommt hier eindeutig zu kurz (außer vielleicht in One minus one).
Außerdem ist das Mastering der Vinylversion oft mangelhaft, da die Stimme in einigen Stücken übersteuert und unausgewogen klingt.