cosmicangel schrieb:
Für mich besonders emotional war "Along our road"... Ich habe Rotz und Wasser geheult,weil der Song mich an eine Person erinnert hat,die ich vor einigen Jahren für immer verloren habe. 🙁( 🙁( 🙁( Und dann noch dieses wunderschöne Violinsolo... 🙁(
Ja, mich berührt dieser Song auch sehr stark, wobei es sich in meinem Fall nicht auf einen Menschen bezieht, den ich verloren habe, sondern um den Menschen, mit dem ich seit 22 Jahren mein Leben teile. Dieses Lied ist für mich ein kleines Wunder, da es mit recht wenigen, schlichten Sätzen eine Reise beschreibt, die man in einer langjährigen Beziehung unternimmt. In
Along our road steckt "Abschied" drin, aber dieser Abschied ist für mich eher die Erkenntnis und das Annehmen des alten
Stirb und Werde, die schwer zu begreifende Tatsache, dass Leben und Tod zusammen gehören, sich gegenseitig bedingen und die grundlegende Polarität darstellen, in die wir Menschen gespannt sind als ein Teil des großen Ganzen... Zuerstmal fällt auf, dass der Schreiber dieses Textes nicht mehr allzu jung sein kann. Das Erkennen und seelische Verarbeiten der eigenen Endlichkeit ist ein Thema der Lebensmitte, also das Alter, wo der eigene Tod am Horizont auftaucht und man sich klar darüber wird, dass nichts ewig Bestand hat. Klar macht sich auch mancher 20jährige schon solche Gedanken, aber die sind dann eher noch "theoretischer" Natur (hoffentlich!).
Road to death - road of life - das ist eine Tatsache, das Leben führt unweigerlich zum Tod. (Der Mythos vom Jungbrunnen und die Erfindung von Botox sind Beweis dafür, dass das wohl verdammt schwer für uns Menschen zu akzeptieren ist :ymsigh: ) Und dennoch -
timeless, careless - darin steckt das Empfinden der Ewigkeit, das die begrenzte irdische Zeit miteinander transzendiert. Im Augenblick die große Einheit von Leben und Tod zu erspüren, das ist eine bittersüße Erkenntnis, die einen an die Wurzeln des Menschseins rühren lässt.
Ich musste an Goethes Westöstlichen Diwan denken, wo diese Textzeile vorkommt:
Und solange du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
Das Erkennen, dass ich nicht ewig die Straße miteinander wandern kann, ist aber auch die Voraussetzung dafür, das Leben (und das Leben miteinander) als wertvoll zu erleben und Dankbarkeit dafür zu empfinden, dass wir es miteinander tun und dass wir uns darauf einlassen, es weiter zu tun, auf ein ungewisses Ende hin. Das Lied ist wie ein Rastplatz auf dieser Wanderung, wo einer der beiden über den schon zurückgelegten Weg nachdenkt, darüber, dass sich ein wortloses Verstehen entwickelt hat und eine tiefe Erkenntnis der Seele des Andern:
But what should I tell
I am sure you know it so well
can you read my mind my thoughts
my inner light you can see
It will always be
far beyond reality
all the smiles the tears the anger
and them souls
I do know
... und dann macht er sich wieder auf,
keep walking on our road on and on until the end - sehend und wissend, aber dankbar und gelassen.
*schnief*