Indicator

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Der Aussage von Tiro, dass "Without your words" das "einzig gute lied der cd aus der feder von herrn veljanov" sei, möchte ich energisch widersprechen und das genaue Gegenteil verkünden: Ich halte es für "das einzig schlechte Lied der CD aus der Feder von Herrn Veljanov". Einiges mehr dazu habe ich im Insider-Forum geschrieben (vielleicht kann man durch diesen Hinweis auf verborgene spannende Diskussionen weitere Leute zur Anmeldung bewegen? 😉 ) und will mich hier in Bezug auf dieses Lied nicht wiederholen, dafür aber eine Lanze für die von Tiro so gering geschätzen Lieder brechen.

Ich kann an "Blue Heart" nichts Peinliches finden. Musikalisch schon mal gar nicht, diesbezüglich gehört es meines Erachtens zu den interessanteren Liedern auf "Indicator", abwechslungsreich und weitgespannt. Der Text... nun, ich kann nicht nachvollziehen, wie einem das textlich zutiefst simple "Without your words" gefallen, "Blue Heart" dann aber peinlich erscheinen kann (ja, ich habe gelesen, was du im Insider-Forum geschrieben hast, aber ich halte diese Begründung dafür, dass "Without..." gut sein soll, für konstruiert und wenig überzeugend). Nun gut, "Blue Heart" ist eine einfache, optimistische Trauriges-Mädchen-wird-gerettet-Weise, auch nicht die erste der Lakaien, aber meines Erachtens mit einer gewissen Raffinesse.

Am hartnäckigsten hält sich in meinem Kopf aber momentan im übrigen "Six o'clock", ebenfalls mit Text von A.V., das du überhaupt nicht erwähnst... dem kann man ja nun gewiss keine mangelnde Originalität vorwerfen, es bietet einigen Interpretationsspielraum und hat mit seinen geschickt eingesetzten repetitiven Elementen etwas Zwingendes. Da ist der Text wirklich auch eine gute Basis für ein gutes Lied.

"One Night" hat einen magischen, visionären Moment, der es für mich gegenüber den von dir erwähnten "over and done, generators, where you are" klar abhebt bzw. ihm einen unverwechselbaren Charakter verleiht - überhaupt würde ich diese Lieder nicht in einen Topf werfen, sie unterscheiden sich doch erheblich voneinander. "Over and done" ist ein zügiges, sehr energisches Lied mit einem aggressiven Element: "das ist jetzt alles vorbei, weg damit, ich lasse die Trümmer hinter mir, es geht im Eiltempo weiter!" könnte die Quintessenz sein. "Generators" ist schrulliger, versponnener und hat etwas vom Science-Fiction-Touch aus "Forest Enter Exit"-Zeiten. "Where you are" ist wiederum anders, ein Liebeslied durchaus in die Richtung von "One Night" - aber doch mit einer anderen Grundatmosphäre. "One Night" ist viel mehr ein Lied der Nacht und des Traums als "Where you are", das ich eher dem Tag zuordnen würde. Somit: Nein, nicht austauschbar.
 
Doch, im Forum anmelden muss man sich dafür schon noch. Oder siehst du das Insider-Forum, wenn du ausgeloggt bist? Ich jedenfalls nicht.
 
Wisst ihr, Leute, eure Diskussion in allen Ehren.
Aber wenn ich Sätze lese, wie "ein Lied MUSS einen guten Text haben um gut zu sein" (ganz grob umrissen) dann muss ich schmunzeln.

Bei den Lakaien sehe ich das anders. Alexanders Stimme ist dort mehr ein Instrument. Ich kenne kaum eine Band, wo der Sänger seine Stimme so gezielt einsetzen kann.

Nehmt einfach mal das viel zitierte "Blue Heart"
Ich meine jetzt nicht den Refrain, aber wie der restliche Gesang jedesmal vom ruhigen ins Stakkatohafte übergeht. Das ist absoluter Wahnsinn und DAS sind Deine Lakaien.

Texte, wo sich Teile wiederholen und welche auf den ersten Blick simpel anmuten, haben wir in der langjährigen Geschichte von DL doch zur genüge. Und das in richtigen Knallern und gefeierten Stücken. Reincarnation, Resurrection Machine etc bauen doch auf diese Weise auf.

Also, kühlt mal wieder runter. Wenn der Text auf den ersten Blick nicht allen künslerischen Geschicken wahr werden kann, so macht das das Lied nicht direkt schlecht.

Das Gesamtbild muss stimmen und das tut es bei diesem Lied sehr. Nicht beim Autofahren und nicht beim Staubsaugen, aber beim stillen Lauschen auf dem Sofa o.ä.

Und da sind wir wieder bei dem Grund: Die Musik von DL ist was besonderes. Manches erschliesst sich eben nicht auf den ersten Blick (ins Songbook)
 
@ rotti:

Im Großen und Ganzen hast Du recht. Ein Song besteht ja nicht NUR aus Text. Das Gesamtbild muß stimmen. Wenn der Song mir gefällt und/oder mich berührt hat er sein Ziel erreicht. Manchmal möchte man auch einfach nur einen Song hören und träumen und sich an der klanglichen Ästhetik erfreuen,und nicht immer nur verkopft oder analytisch an den Song rangehen. Auch ein Song mit etwas einfacher gestricktem Text kann Niveau haben,wenn z.B. die Instrumentierung etwas besonderes ist oder der Gesang/die Stimme eine besondere Ausstrahlung hat. 🙂 Selbst wenn der eine oder andere Lakaiensong etwas simpler wirkt,ist er immer noch meilenweit vom Schlagerparty-"Niveau" entfernt.
 
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